Die han-chinesische Bevölkerung Taiwans ist nicht die Voraussetzung der Kolonialgeschichte, sondern ihr Ergebnis. Eine niederländische Handelsgesellschaft holte die ersten Bauern aus Fujian — weil die Einheimischen sich weigerten, für den Weltmarkt zu pflanzen. Teil 1 einer Serie über Taiwan.
Am 2. August 1980 starben 85 Menschen im Bahnhof von Bologna. Seit Juli 2025 steht rechtskräftig fest, wer die Bombe legte, wer sie bezahlte und wer die Ermittlungen sabotierte. In diesem Jahr schickt die italienische Regierung keinen Minister mehr zum Gedenken, sondern einen Staatssekretär — der dann aussprach, was die Regierungschefin seit zwei Jahren vermeidet.
World Monitor ist ein Open-Source-Lagebild: 500 Live-Feeds, 56 Kartenlayer, ein 3D-Globus, AGPL-lizenziert, in sieben Monaten auf 77.000 GitHub-Sterne gewachsen. Die c't-4004-Folge feiert es als Palantir für alle – „More Power to the people“. Ich habe es zwei Tage lang selbst gebaut, gemessen und selbst gehostet. Das Ergebnis korrigiert den Frame an drei Stellen: Palantirs Macht liegt nicht in der Software, „läuft komplett lokal“ stimmt gerade nur, weil der Cloud-Weg kaputt ist – und der Satz „More Power to the people“ ist ein Zitat von 1974, das schon einmal gekippt ist.
Teil 2 von 2: die Ökonomie des zweiten Stacks. Wie die chinesische Szene funktioniert — Effizienz als Marktwaffe, die zwei Schleifen, der Preiskrieg —, warum sie die eine Voraussetzung der amerikanischen KI-Bewertungen zerstört, was die Metrik-Frage über das Rennen verrät, wem die Sicherheitspanik nützt, und warum am Ende zwei verschiedene Rennen laufen.
Ein Pekinger Unternehmen verschenkt das größte KI-Modell der Welt, und die Wall Street rutscht in den Bärenmarkt. Teil 1 von 2: warum Chinas KI-Szene kein Verfolger ist, sondern ein strukturell anderes System — die zwei Doktrinen und ihr Juli-Kollaps, die Sanktionen als Geburtshelfer des eigenen Chip-Stacks und der Elektrostaat, der Strom hat, aber Chips sucht.
Für den Agenten würde schon eine aktuelle NVIDIA-Consumer-Karte reichen – nur kostet die derzeit absurdes Geld, wenn sie überhaupt lieferbar ist. Also gemietet: 49 Cent die Stunde für eine A6000 mit 48 GB, darauf der Open-Source-Agent Hermes von Nous Research mit einem lokalen Qwen. Der Späher scannt nachts das Web, schreibt Lage-Reports und schickt sie mir aufs Handy. Er läuft bewusst in Isolation, denn ein Agent, der fremde Webseiten liest, ist ein Ziel für Prompt Injection. Was ich dabei über Agenten-Gerüste gelernt habe – und warum der Modell-Tausch fast nie die Antwort war.
1845 zahlte der Eisenbahnkönig George Hudson seinen Anlegern Dividenden aus deren eigenem Kapital und hielt die Bücher geheim — die Gleise waren echt, der Reichtum war gebucht. Teil 8, der letzte der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz, stellt die einzige Frage, die der Körper der KI aufwirft und nur die Ökonomie beantworten kann: Rechnet sich diese Maschine überhaupt — oder frisst der Zirkellauf am Ende die Hand, die ihn füttert? Woher das Geld kommt, warum der Umsatz gerade die Abschreibung deckt, und weshalb bei Tooze wie bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich der Erfolgsfall zweimal die schlechtere Nachricht ist. War all das ein dritter Boom-Bust-Zyklus wie die zwei KI-Winter dieser Serie — oder ein Bruch?
1770 spielte ein Automat namens Schachtürke gegen Napoleon und gewann — in seinem Schrank saß ein Mensch. Amazon hat seine Klickarbeits-Plattform nach ihm benannt. Teil 7 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz öffnet die Schränke der Gegenwart: die Menschen in Nairobi und Manila, die den Maschinen Manieren beibringen; die Rechenzentren, die als Schwerindustrie Strom, Wasser und Land verbrauchen; die Daten, die jemandem gehörten, bevor sie Trainingsmaterial wurden. Nicht: versteht die Maschine? Sondern: wer bezahlt dafür, dass sie so wirkt?
Drei Jahre lang trainierte fast jedes große Sprachmodell auf derselben Zahl: 300 Milliarden Token. Nicht weil sie richtig war, sondern weil sie in einem Papier stand. Teil 6 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz: wie aus dem Transformer BERT, GPT-2 und GPT-3 wuchsen, wie ein billiger Zusatzschritt aus dem Textautomaten einen Gesprächspartner machte — und wie das Feld ein letztes Mal offen in den eigenen Mechanismus sah, elf Monate bevor der Deckel zufiel.
Zwei Wochen Gemma 4 in der Hosentasche haben Lust auf mehr gemacht. Jetzt läuft auf einem 32-GB-Tuxedo ohne dedizierte Grafikkarte ein echter, werkzeugnutzender Agent: Qwen3.5-35B-A3B auf selbst kompiliertem llama.cpp steuert Blender per Sprache und recherchiert offline im Web – mit Quellen, ohne dass ein Prompt je die Cloud sieht.